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“Create maximum vertical fun”

Guten Tag an alle in der Heimat. “Create maximum vertical fun” ist die Geschäftsphilosophie bei RAL (Mt. Ruapehu Alpin Lifts). Ein weiteres Motto ist, die Kunden haben nur Spaß wenn auch die Angestellten Spaß haben. In einem Skigebiet nicht besonders schwer.

Aber nun zu meinem Job. Ich bin Lift Operator im Whakapapa (wird Fakapapa gesprochen)Skigebiet. Im Prinzip ist das nicht besonders schwierig. Wenn jemand beim ein oder aussteigen hinfällt UND dadurch ein Sicherheitsrisiko für ihn, jemand anderen oder  den Lift entsteht muss man ihn anhalten. Wenn nicht lässt man ihn einfach weiter laufen und schaut das der gestürzte da schnell weg kommt. Dazu kommen dann noch diverse Sicherheitschecks die man im morgen machen muss und ein bisschen ein Verständnis dafür was man machen muss wenn es ein Problem gibt. Das geht dann vom entgleisten Kabel bis zum Stopp des Liftes ohne, dass irgendjemand irgendwas gemacht hat. Bis hier her eigentlich ein sehr einfacher Job … aber leider gibt es da ja noch die Kunden. Ich habe in der Zeit in der ich bei B.E.S.T. gearbeitet habe so einiges an Dummheit gesehen aber das wurde schon am ersten Arbeitstag übertroffen. Manche Menschen sind wirklich dumm, dass sie einen so simplen Job kompliziert, stressig und nervenaufreibend machen können. Eines muss ich noch sagen. Da wir im Moment erst am Anfang der Saison stehen gibt es noch Engpässe mit dem Schnee. Deshalb ist momentan nur das Beginnergebiet offen. An meinem ersten Tag habe ich am Ausstieg des einzigen Liftes gearbeitet der offen war. Meistens läuft alles ganz gut, aber wenn, ja wenn wieder ein Gruppe der Skischule kommt, dann ist mit Ruhe vorbei. Ich muss ja zugestehen, dass die Meisten das Erste Mal auf Skiern stehen, aber so manches hat mit dem Selbsterhaltungstrieb einfach nichts mehr zu tun­. Ein Großteil der Anfänger kommt oben an und hat seine Skier in der Hand. Jeder der schon mal aus einem Sessellift ausgestiegen ist weis, dass es viel leichter ist einfach die Rampe herunter zu fahren. Die meisten Anfänger aber entscheiden sich aber für den harten Weg. Sie versuchen in Skischuhen, mit den Skiern und Skistöcken in der Hand über Schnee eine Rampe herunter zu „rennen“ während ein Sessel sie mit 1,6 m/s verfolgt. Sobald sie den ersten Fuß auf den Boden gesetzt haben gibt es zwei Möglichkeiten. Sie erkennen sofort die Aussichtslosigkeit ihres Vorhabens und bleiben verzweifelt stehen. In diesem Fall werden sie vom Sessel immerhin nur vorwärts in den Schnee geschmissen. Der Schlimmere Fall ist die Flucht. Das tückische ist, dass der Lift dich erst glauben machen möchte du schaffst es. So schaffen es die Meisten die ersten 2-3 Meter in Führung zu bleiben, dann werden allerdings auch sie eingeholt. Der Nachteil ist, dass der Sessel nun nicht mehr auf Höhe der Kniekehlen ist, sondern auf Höhe des Kopfes.

Anfänger, die die Skier immerhin an den Füßen haben sind da viel beliebter bei den Liftis. Aber auch da gibt es Ausnahmen. Besonders Asiaten machen ihrem Klischee wieder alle Ehre. Wenn sie auf der Rampe stürzen, und das passiert eigentlich jedem Anfänger) verharren sie in möglichst dramatisch aussehender Pose bis ein Freund oder Verwandter ein Foto geschossen hat. Der folgende Sessel ist meistens auch mit Skischülern besetzt, die aus Angst, sie könnten jemanden überfahren, sofort und umgehend nachdem sie den Sessel verlassen haben von der Schwerkraft überwältigt werden. Ohne Witz, manchmal reichen 2 Sessel aus um ein, auch für den größten Profi, unüberwindliches Hindernis zu erschaffen das aus bis zu 4 Skiern, ihren Skiern und Stöcken und natürlich ihren Angehörigen besteht die ein Foto machen wollen. Auch in so einem Fall muss man den Lift dann natürlich anhalten. Dieser Schritt ist allerdings ebenso nötig wie fatal. Sobald der Lift steht haben die gestürzten noch weniger Gründe von dort zu verschwinden. Kein Ahnung was die da Besprechen, würde mich aber auch nicht wundern wenn sie den Einkaufzettel besprechen oder die nächste Reise planen. Auf jeden Fall dauert es gefühlte Jahre, in dem Wissen das die Schlage am anderen Ende immer länger wird und die Personen im Lift frieren.

Es gibt aber auch Kunden die einem den Tag verschönern. Manche Leute haben so eine Angst vor dem Aussteigen das sie beschließen einfach sitzen zu bleiben und wieder runter zu fahren. Das geht aber leider nicht denn dabei kann das Seil entgleisen, also muss man auch solche zum Aussteigen überreden. Das Highlight sind aber Menschen die noch nie Schnee oder Skifahrer gesehen haben. Die schnallen sich voller Vorfreude schon auf dem Parkplatz die Skier an und schleifen diese  dann über den Asphalt.

Wie ihr Merkt geht es mir hier richtig Gut. Daran kann auch der Fakt, dass Mt. Ruapehu ein aktiver Vulkan ist nicht ändern. Ich kann aber alle beruhigen. Nicht nur das der Berg Tag und Nacht überwacht wird. Er bricht normaler weise auch nur alle 10-15 Jahre aus. Das letzte ml war 2007 also noch nicht so lange her. Trotzdem haben wir ein Sicherheitstraining für den Fall einer Eruption absolviert. Die wahrscheinlichsten Folgen eines Ausbruchs sind Lahars (Schlammlawinen). In diesem Falle hätten wir 1-3 Minuten um uns aus allen Tälern zu entfernen und somit dem Lahar zu entkommen. Als unser Trainer gefragt wurde wir der Plan im Falle eines pyroklastischen Stromes (heiße, tödliche Gase die mit 800 km/h den Berg herunter rasen) aussieht sagte er: „Dafür gibt es keinen Plan“ Also ihr seht ich bin hier in guten Händen.

So das war dann erst mal alles von hier, reicht ja auch denke ich. Ich werde demnächst mal ein paar Bilder hochladen. Also ich wünsche euch alles Gute im heißen Deutschland. Macht es gut bis dann.

Jan

29.6.10 05:41
 


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