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Jan der Winzer

Hallo alle miteinander. Lange ist es her, dass ich mich das letzte Mal gemeldet habe. Deswegen kommt hier mal wieder ein etwas längerer Beitrag.

Zuletzt habe ich ja die Südinsel bereist. Nach dem ganzen Rumreisen wollte ich erst mal wieder einen Platz finden an dem ich mich wohlfühle und auch eine Weile bleiben kann. Gesagt getan gefunden. In Akaroa, das eine Stunde von Christchurch entfernt liegt, habe ich das gefunden und sogar noch Arbeit dazu. Eigentlich wollten Irina und ich nur 2 Tage bei der Ernte auf einem Weingut helfen, daraus wurde für mich jetzt ein Monat. Dieser Monat war Arbeitstechnisch zwar keine Achterbahn fahrt, aber auch nicht langweilig, denn zum Glück blieb es nicht beim Weintrauben pflücken. Das habe ich nur insgesamt 2 Wochen gemacht. Ich hatte schon damit gerechnet, dass ich mir einen andern Job suchen muss, als sich überraschend neue Möglichkeiten ergaben. Nicht nur das ich für weitere 2 Wochen auf dem Weingut arbeiten konnte, nein ich konnte dort auch übernachten. Bis dahin schlief ich in einem Hostel, das ca. 15km vom Weingut entfernt war. Meine neue Unterkunft lag direkt auf dem Weingut. Tim, der Besitzer des Weingutes, hatte eine kleine Scheune bauen lassen und einen Teil als Ferienwohnung ausgebaut, oder war noch dabei. Die Scheune ist erst vor ein paar Monaten fertig geworden und deswegen war auch der Innenausbau noch nicht komplett, aber alles Wichtige war da. Da ein Pärchen aus Tschechien, die ebenfalls auf dem Weingut arbeiteten, und ich die ersten Bewohner waren und alles noch nicht perfekt war konnten wir sehr günstig Übernachten.

Unsere Aufgaben auf dem Weingut waren zuerst alles bereit zu machen, damit man die Netze abnehmen kann und dann natürlich auch dabei helfen. Das abnehmen war anstrengender als gedacht. 2 Tage sind wir die ganze Zeit neben einem Traktor her gerannt damit das Netz nicht irgendwo hängen bleibt. Das sollte man nicht unterschätzen denn immerhin reden wir ja auch von Weinbergen. Bei ca. 10 Grad war ein t-Shirt genau die richtige Bekleidung. Leider war das Wetter am 2 Tag schlechter und so kam zu diesen Temperaturen auch noch regen dazu. Das Ganz führte dazu, dass der Traktor im Schlamm (eigentlich Rasen) stecken blieb und auch ein zweiter nichts daran ändern konnte. Der letzte Ausweg war rückwärts wieder den Berg runter. Erschwert wurde das durch den Spielraum von gerade mal 10 cm auf jeder Seite zu den Weinreben und ein permanentes zur Seite rutschen des Traktors. Nach einigen Minuten war aber auch das geschafft und es ging weiter. Nachdem die Netze weg waren mussten noch ein paar Clips entfernt werden und das war dann schon fast alles. Noch ein paar Stunden hier und da Gerümpel und die Netze wegräumen und fertig. Das Schöne am diesem Job war aber nicht die Arbeit oder die Bezahlung, sondern die Leute. Tim bemühte sich alles so schnell wie möglich zu Kaufen was man braucht: LCD-Fernseher, Kühlschrank, Gefrierfach, Internet, leider kommt letzteres erst in der nächsten Woche. Dazu hat er uns mehrfach in den Pup und zum Essen eingeladen und uns für ein paar stunden Arbeit für ihn eine Woche umsonst Wohnen lassen. Den Sommer über beschäftigt Tim ein Wooferin, die ihm auf dem Weingut hilft und diese musste nun zurück nach Frankreich. Also wurde eine kleine Feier gegeben zu der alle Nachbarn eingeladen waren. Auf dieser gab es Bier und Essen umsonst und zwar richtig leckeres^^. Unter anderem gab es sogar Kaviar. Aber keinen schwarzen sondern roten. Habe mich aber überreden können ihn zu probieren. War jetzt nicht so der Wahnsinn, irgendwie nur ein bisschen salzig. Der einzige Unterschied zu salz war das die Eier im Mund platzen wenn man drauf beißt. Egal gehört jetzt nicht zu meinen Leibspeisen.

Bei der Ernte sind einige Trauben übergeblieben. Diese haben wir dann zusammen mit Tim und einem andern Weingutbesitzer namens Tom gepflückt und auf alte Art mit einer mechanischen Handpresse gepresst. Heraus kamen 20 oder 30l Traubensaft die jetzt in einem Experiment zu Sekt werden sollen. In 3 Wochen könnte man den dann probieren, wird aber leider nichts für mich, schade. Bei den pressen war auch ein Deutscher namens Robert dabei, der vor 13 Jahren nach Neuseeland kam. Der war irgendwie ein bisschen verrückt, wusste alles besser und war ein bisschen miesepetrig.

Jetzt sitze ich in Christchurch in einem Hostel und erledige allerhand Sachen die in der letzten Zeit nicht erledigen konnte. In zwei Tagen geht es dann das letzte Mal auf reisen. Zuerst über den Athurpass und dann in Richtung des nächsten Jobs im Skigebiet auf der Nordinsel. Ich bin schon sehr gespannt auf meine Arbeit dort. Ich werde mich spätestens nach meinen ersten Arbeitstagen wieder melden um euch zu erzählen was ich eigentlich genau mache, denn das weiß ich auch noch nicht so genau.

Also macht es gut ich werde auch gleich noch ein paar Bilder aus Akaroa hochladen und natürlich auch von der Arbeit dort. Ich wünsche euch alles Liebe bis dann.

Jan

Jan am 12.6.10 03:52


Die Südinsel

Hallo alle zusammen. Als erstes muss ich mich wohl für die lange Zeit entschuldigen in der ihr nichts gehört habt.

Wie ihr euch vorstellen könnt arbeite ich mittlerweile nicht mehr bei den Holzfällern. Ich habe es geschafft die Südinsel zwei Mal zu umfahren und somit fast jede Region mit perfektem Wetter zu erleben. Das erste Mal umrundete ich die Insel zusammen mit Irina und ihrer besten Freundin aus Deutschland, die zum Urlaub machen vorbei kam. Unsere Tour führte uns die Westküste entlang  bis nach Franz Josef. In diesem kleinen Ort kann man einen Gletscher bestaunen. Ich habe in meinem Leben noch nie einen gesehen und so wurde die 1 ½ Stunden Wanderung zum Gletscher ein unvergessliches Erlebnis. Im nächsten Dorf, in Fox, kann man wieder einen Gletscher bestaunen. Die beiden Gletscher Franz Joseph und Fox sind Zwillingsgletscher, das heißt sie werden vom gleichen Eismassiv hoch oben in den Bergen gespeist. Und zum Schluss noch ein Fakt der mich besonders überrascht hat, beide Gletscher wachsen seit ein paar Jahren wieder, jeden Tag etwa 70 cm.

Wir ließen die Gletscher hinter uns, vorbei an Seen, in denen sich die schneebedeckten Berge spiegeln. Wir besuchten das Bushman Center,  in dem man Opossum essen kann. Und riesigen Seen, die im Sonnenlicht unglaublich hellblau schimmerten flogen an uns vorbei. Wir fuhren an  Wanaka vorbei nach Queenstown. Die Nächte in Queenstown sollen sehr laut sein und so entschieden wir uns in ein Hostel etwas außerhalb zu gehen. 2 Stunden nachdem wir aus Queenstown gefahren waren kamen wir auch in Kinloch an und konnten unser Zimmer beziehen. Sah auf der Karte irgendwie gar nicht so weit aus. Doof nur wir mussten die Strecke am nächsten Tag wieder zurück. Etwas Gutes hatte der Umweg aber doch. Erstens war das Hostel wunderschön und zweitens hätten wir sonst nie den Wegweiser nach Paradise gesehen. Wir konnten der Versuchung einfach nicht wiederstehen und machten uns auf den Weg nach Paradise. Einige Kilometer später wies uns ein überdimensioniertes Schild auf erhebliche Straßenschäden hin, und dass man mit schweren Schäden am Auto rechnen müsste. Das war uns mittlerweile egal (Mietauto mit Vollversicherung) und wir fuhren weiter bis uns dann deutlich vor Augen geführt wurde, dass es hier mit unserem Auto definitiv kein Weiterkommen gibt. Die Straße führte direkt durch einen Fluss bei dem sogar all rad Fahrzeuge ihre Probleme hatten. Also mussten wir wohl oder übel umdrehen. Was haben wir daraus gelernt: Ins Paradies kommt man nur wenn man einen all rad Wagen fährt.

 Für uns ging es weiter nach Te Anau. Von dort kann man an einem Tag bin zum Milford Sound und wieder zurück. Der Ausflug dorthin war unbeschreiblich. Man fährt mit einem Boot den Fjord entlang und links und rechts von einem erheben sich Berge auf mindestens 1.500 Meter Höhe. Die Steilwand war so hoch, dass man sie nicht auf ein Foto bekam.

Von dort aus fuhren wir weiter die Südküste entlang, die aber alles in allem nicht so spannend war wie wir uns das vorgestellt hatten. Wenn meine erste Reise in Neuseeland hier her gegangen wäre hätte ich wahrscheinlich trotzdem noch Fotos über Fotos gemacht, nachdem was ich jetzt schon alles gesehen habe begeisterte sie mich nicht mehr richtig. Es ging weiter die Ostküste hoch und nach Dunedin bogen wir ab, landeinwärts in Richtung Lake Tekapo. Dort hatte man einen traumhaften Blick über den See an dessen Ende sich Mt. Cook erhob, der ca. 3.700 Meter hoch ist (glaube ich jedenfalls)

Der Weg führte uns weiter nach Christchurch, die bis jetzt schönste Stadt in Neuseeland. (Das ist auch nicht besonders schwer bei der Konkurrenz)

Den nächsten Stopp legten wir in Kaikura ein, wo ich ja bereits mit den Delphinen schwimmen war. Für uns ging es dann weiter auf die Nordinsel da ich in Taupo ein Vorstellungsgespräch für einen Job in einem Ski-Gebiet hatte. Das Gespräch verlief super und ich nehme es mal schon vor weg ich habe den Job bekommen. Ab dem 21. Juni werde ich am größten Berg der Nordinsel Skilifts bediene. Was ich da genau machen muss, weiß ich noch nicht aber das werde ich dann schon noch berichten.

Nach dem Gespräch ging es für mich so schnell es ging wieder auf die Südinsel um Tom in Christchurch abzuholen. Zusammen mit ihm und Irina reiste ich dann nochmal um die Südinsel wobei wir nur den südlichsten Teil aus Zeitgründen nicht besuchten. Dafür fuhren wir dieses Mal bis zum Mt. Cook und wanderten so dicht an Gletschern vorbei, dass man das Eis knacken hören konnte. Auf unserem Weg zurück nach Christchurch begaben wir uns noch auf die Suche nach einer Herr der Ringe Filmkulisse. Tom wollte unbedingt den Berg sehen auf dem Edoras, die Hauptstadt Rohans gebaut war. Ich weiß nicht wie weit wir gefahren sind doch eins war klar. Irgendwelche Häuser oder Straßen musste man nachträglich nicht aus den Aufnahmen entfernen denn dort gab es einfach gar nichts.

Ich werde so schnell wie möglich die schönsten Bilder der Reise hochladen damit ihr euch auch anschauen könnt über was ich hier eigentlich rede.

Im Moment bin ich mit Irina auf Jobsuche in der Nähe von Christchurch ich glaube wir haben relativ gute Karten mal schauen was sich ergibt ich werde euch da natürlich auf dem Laufenden halten.

Also macht das mal gut genießt die Bilder bin dann

Jan

Jan am 24.4.10 14:04


Roadtrip

   hallo ihr alle! :-)

so in den letzten tagen habe ich viel gemacht!

die letzte woche in kaiteri haben mimi und ich nichtmehr gearbeitet sondern haben alles moegliche gemacht und angeguckt. am montag waren wir im abel tasman national park wandern. am dienstag wollten wir segeln gehen. als matt dort angerufen hat um zu buchen wurde er erstmal gefragt ob wir gutaussehen. die wolllten naemlich neue fotos fuer ihre ganzen broschueren un flyer machen. mimi und ich haben also einen ganztaegigen segeltrip umsonst bekommen und sind wahrscheinlich bald in ganz neuseeland auf flyern zu sehen...lustig! mittwoch bis freitag waren wir dann zusammen mit gene in golden bay. dort waren wir am cape farewell, dem noerdlichsten punkt der suedinsel. einer der schoensten orte an denen ich je war!!! und wir waren an der quelle mit dem klarsten wasser der welt! aber das grarsste highlight kam am samstag! wir waren mit robben schwimmen!!!! das haben wir sogar auch umsonst bekommen weil wir in der lodge gearbeitet haben! :-) und das war soo cool! die sind soo suess und voll neugierig! und die springen wie delfine aus dem wasser und da waren ganz viele kleine babyrobben die auch ganz nah gekommen sind und uns sogar in die taucherflossen gebissen haben... :-)

tja und seit sonntag bin ichjtzt mit mimi unterwegs durch die suedinsel! zuerst sind wir nach karamea (ganz im norden der westkueste) gefahren. dort sind wir durch regenwald (und auch im regen lol) gewandert und haben ganzgrosse limestone arches gesehen (papa, was is limestone? is das granit oder so?) schon beeindruckend. und der fluss war gelb! (papa, warum kann der fluss gelb sein??). dann gings weiter nach sueden zu den pancake rocks! und jetzt sind wir am franz joseph gletscher und wollten eigentlich einen heli hike machen, aber es regnet... :-( soll aber typisch fuer die westkueste sein... ^^^

naja, dann machts mal alle gut und schreibt mir! ;-)

vermisse euch!

eure Miriam

 

Jan am 23.3.10 06:58


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