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Über den Wolken…

Hallo alle zusammen. Ich werde euch jetzt mal wieder die neusten Geschehnisse von hier berichten. Angesichts dessen, dass ich bereits seit 2 Monaten Liftoperator bin ist das nicht allzu viel, denn irgendwo schleicht sich ja doch die Rutine ein. Allerding hat das Leben auch immer wieder Überraschungen bereit. Wie ihr euch vorstellen könnt ist es während der Woche (wir haben gerade keine Schulferien) eher ruhig, die Wochenenden dagegen sind immer sehr Überfüllt. Leider haben wir meistes schlechtes Wetter übers Wochenende und gutes in der Woche. Dass ist irgendwie doof für die Kunden aber gut für uns, denn wir haben immer in der Woche frei. Egal was ich eigentlich erzählen wollte ist, dass es einen Samstag gab, an dem der Wetterbericht Sonnenschein vorher sagte. Daraufhin wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt und jeder Lift wurde präpariert um eine Stunde früher als sonst zu öffnen. Es war nicht leicht am nächsten Tag um 5 Uhr morgens aufzustehen und der Bus war auf dem Weg zum Berg auch mehr ein Schlafsaal. Auf dem Berg angekommen machten wir uns auf den Weg in unseren Aufenthaltsraum in dem es fast komplett dunkel war. 2 Helmlampen der Enteiser spendeten immerhin ein wenig Licht. 15 Minuten später als erwartet Trafen dann unsere Chefs ein, die uns darüber informierten, dass es einen Stromausfall auf dem gesamten Berg gibt. Bitter, denn alle Lifts werden in erster Linie mit Elektromotoren angetrieben. Bei der neuseeländischen Infrastruktur, die der Amerikanischen recht ähnlich ist, kommt das aber schon mal vor. Deswegen sind die wichtigsten Lifts mit einem Backup-Diesel ausgestattet und weiterer Dieselgeneratoren versorgen Cafés, den Ticketverkauf und weitere Lifte. Besonders Interessant wurde es als der Generator für gesamt „Happy Vally“ (das Beginnergebiet- der Generator versorgt 2 Lifte, ein Café und einen Skiverleih) aus Überhitzung einfach abschaltete und nichts mehr ging. Es dauerte 10 Minuten bis wir alle Mitarbeiter von den Liften geholt hatten. Das funktioniert auch nur weil der Generator immer wieder gestartet wurde, für ein paar Sekunden Strom produzierte und dann wieder abschaltete. Zum Glück hatten wir zu dieser Zeit nur Mitarbeiter auf den Liften. Der frühe Start war auf jeden Fall dahin. Eine halbe Stunde später war der Generator wieder einsatzbereit, nur keiner wusste wie lange. Kurz gesagt wir hatten den ganzen Tag immer wieder Probleme auch wenn der Generator die ganze Zeit weiter lief. Am nächsten Tag hatten wir dann zwar wieder Strom dafür aber auch Regen und starken Wind. So ist das hier. Aufgrund vieler Unfälle der Mitarbeiter haben sich meine freien Tage von 6 in 2 Wochen auf 3 dezimiert. Das ist nicht gerade viel, wenn man bedenkt, dass man ja auch noch einkaufen muss und all so einen Kram und der nächste Supermarkt nicht um die Ecke ist. Kurz gesagt, wenn ich ein Mal pro Woche richtig zum Skifahren komme, ist das ein richtiger Glücksfall. Die Zeit muss man dann nutzen und das habe ich an meinem letzten freien Tag gemacht. Ich bin mit einer kleinen Gruppe von Kollegen und einem Guide bis zum Krater des Vulkans gestiegen. Das Beste war, dass man normalerweise bis zu 100$ für so einen Trip zahlen muss, denn man wir mit Lawinenzeug ausgestattet und bekommt Rucksäcke an denen man die Skier tragen kann. Zum darf den ganzen Weg nämlich wieder runter zu fahren. Das Wetter sah zuerst nicht besonders gut aus, aber wir machten uns trotzdem auf den Weg. Der Guide hatte alles ständig im Auge und so bestand kein Grund zur Sorge. Als wir am höchsten Punkt des Skigebiets angekommen waren schnallten wir unsere Skier an den Rucksack und los ging es. Ich hatte zuerst ein bisschen bedenken im Bezug auf wandern in Skischuhen, aber das ging ohne Probleme. Die Wanderung war unfassbar schön. Wir waren die einzigen in der Gegend ringsum unberührter Schnee. Ich glaube der Aufstieg dauerte 2 Stunden, dann kamen wir zu einem der Gipfel. Während ich auf der Wanderung am liebsten im T-Shirt gelaufen wäre, herrschte dort von hier auf jetzt ein Wind der uns in rekordschnelle alle Schichten und Jacken, die wir hatte, anziehen lies. Sobald wir gegen die Kälte geschützt waren konnten wir den Ausblick genießen. Das schlechte Wetter ist unten beim Skigebiet geblieben und so hatten wir blauen Himmel und den Blick auf ein Wolkenmeer in die eine Richtung und in die andere den Kratersee. Nachdem wir einige Minuten dort oben verbracht hatten machten wir uns wieder auf den Weg nach unten. Das erste Stückchen war sehr eisig und auf einem Grad so traute sich keiner seine Skier sofort anzuschnallen (außer die Guides). Während bergauf laufen in Skischuhen noch ganz ok ist, ist bergab laufen ätzend, besonders wenn es eisig ist. Im Nachhinein wäre es wahrscheinlich schlauer gewesen wenn ich die Skier gleich angeschnallt hätte, denn der restliche Weg war auch eisig aber nicht schwer zu fahren. Das größte Problem für die Skifahrer hier ist der Wind. Jedes Skigebiet der Welt freut sich über trockenen Pulverschnee. Hier wird der einfach nur weg gepustet. Das fiese ist das man den Pulverschnee nicht vom Eis unterscheiden kann. An warmen Tagen schmilzt die oberste Schicht Schnee und wird in der Nacht wieder zu Eis. Am nächsten Tag sieht alles aus wie Schnee, ist aber Eis zumindest an der Oberfläche. Den Unterschied zwischen weichem tiefen Schnee und hartem Eis merk man erst am Geräusch, wenn man drüber fährt, aber dann ist es sowieso schon zu spät. Entweder man ist plötzlich am rutschen, oder man bleibt im tiefen Schnee stecken. Ist mir beides auf dem Weg passiert^^. Alles in allem kann ich sagen, dass der Trip unfassbar schön war. Auch wenn am Ende das Verhältnis zwischen Wandern und daraus resultierender Ski fahrt nicht allzu begeisternd ist. Ich bin schlechtweg einfach zu faul so weit zu laufen, auch wenn das Skifahren dann um einiges besser ist, als in einem Skigebiet. So das war jetzt erst mal alles neu von hier, ich finde das reicht auch, also macht es gut. Liebe Grüße an alle Jan ps: ich habe einige neue Fotos hochgeladen.
Jan am 18.8.10 02:38


Unsere Belohnungen

Hallöchen alle zusammen. Ich werde euch mal die neusten Neuigkeiten mitteilen. Arbeit macht Spaß, die Kollegen sind super nett und alle verstehen sich super. Das ist echt wie eine kleine Familie hier. Jeder hilft jedem und man kann auch mit seinen Chefs normal reden, lachen und Witze machen, echt schön hier.

Nachdem die Winterferien hier vorbei sind ist es ruhiger geworden. Dafür kommen jetzt ganze Schulklassen, die keine Ahnung haben. Dass führt dann immer Phasenweise zur Verzweiflung der Liftis. Und auch wenn es jetzt weniger sind gibt es trotzdem noch jede Menge Vollidiotien, aber die wird es wohl immer geben. Immerhin werden wir für unsere Arbeit ausreichend belohnt. Am letzten Tag der Winterferien haben wir einen Lift eine Stunde länger laufen lassen und alle Mitarbeiter konnten Skifahren ohne am Lift anzustehen und hatten dann freie Bahn, das war klasse. Aber das war noch nicht alles. Dach ging es in den nächsten Pub und dort gab es ein paar Biere umsonst und Pizza vor free.

Eine Woche später hatten wir einen Rodelwettkampf. Leider wurde es dann aus Zeitgründen recht kurz gehalten, Spaß hat es aber trotzdem gemacht. Aber auch dazu gab es Freibier. Besonders amüsant ist der Grund für die Eile. Ein Teil des Departments musste zu einer Informationsveranstaltung über das Alkohol- und Drogenverbot, betrunken.

Das waren erst mal die neusten Dinge von hier.

Ich wünsche euch allen alles Gute und in 2 Monaten sehen wir uns dann wieder. Also macht es gut bis dann

Jan

Jan am 4.8.10 01:44


“Create maximum vertical fun”

Guten Tag an alle in der Heimat. “Create maximum vertical fun” ist die Geschäftsphilosophie bei RAL (Mt. Ruapehu Alpin Lifts). Ein weiteres Motto ist, die Kunden haben nur Spaß wenn auch die Angestellten Spaß haben. In einem Skigebiet nicht besonders schwer.

Aber nun zu meinem Job. Ich bin Lift Operator im Whakapapa (wird Fakapapa gesprochen)Skigebiet. Im Prinzip ist das nicht besonders schwierig. Wenn jemand beim ein oder aussteigen hinfällt UND dadurch ein Sicherheitsrisiko für ihn, jemand anderen oder  den Lift entsteht muss man ihn anhalten. Wenn nicht lässt man ihn einfach weiter laufen und schaut das der gestürzte da schnell weg kommt. Dazu kommen dann noch diverse Sicherheitschecks die man im morgen machen muss und ein bisschen ein Verständnis dafür was man machen muss wenn es ein Problem gibt. Das geht dann vom entgleisten Kabel bis zum Stopp des Liftes ohne, dass irgendjemand irgendwas gemacht hat. Bis hier her eigentlich ein sehr einfacher Job … aber leider gibt es da ja noch die Kunden. Ich habe in der Zeit in der ich bei B.E.S.T. gearbeitet habe so einiges an Dummheit gesehen aber das wurde schon am ersten Arbeitstag übertroffen. Manche Menschen sind wirklich dumm, dass sie einen so simplen Job kompliziert, stressig und nervenaufreibend machen können. Eines muss ich noch sagen. Da wir im Moment erst am Anfang der Saison stehen gibt es noch Engpässe mit dem Schnee. Deshalb ist momentan nur das Beginnergebiet offen. An meinem ersten Tag habe ich am Ausstieg des einzigen Liftes gearbeitet der offen war. Meistens läuft alles ganz gut, aber wenn, ja wenn wieder ein Gruppe der Skischule kommt, dann ist mit Ruhe vorbei. Ich muss ja zugestehen, dass die Meisten das Erste Mal auf Skiern stehen, aber so manches hat mit dem Selbsterhaltungstrieb einfach nichts mehr zu tun­. Ein Großteil der Anfänger kommt oben an und hat seine Skier in der Hand. Jeder der schon mal aus einem Sessellift ausgestiegen ist weis, dass es viel leichter ist einfach die Rampe herunter zu fahren. Die meisten Anfänger aber entscheiden sich aber für den harten Weg. Sie versuchen in Skischuhen, mit den Skiern und Skistöcken in der Hand über Schnee eine Rampe herunter zu „rennen“ während ein Sessel sie mit 1,6 m/s verfolgt. Sobald sie den ersten Fuß auf den Boden gesetzt haben gibt es zwei Möglichkeiten. Sie erkennen sofort die Aussichtslosigkeit ihres Vorhabens und bleiben verzweifelt stehen. In diesem Fall werden sie vom Sessel immerhin nur vorwärts in den Schnee geschmissen. Der Schlimmere Fall ist die Flucht. Das tückische ist, dass der Lift dich erst glauben machen möchte du schaffst es. So schaffen es die Meisten die ersten 2-3 Meter in Führung zu bleiben, dann werden allerdings auch sie eingeholt. Der Nachteil ist, dass der Sessel nun nicht mehr auf Höhe der Kniekehlen ist, sondern auf Höhe des Kopfes.

Anfänger, die die Skier immerhin an den Füßen haben sind da viel beliebter bei den Liftis. Aber auch da gibt es Ausnahmen. Besonders Asiaten machen ihrem Klischee wieder alle Ehre. Wenn sie auf der Rampe stürzen, und das passiert eigentlich jedem Anfänger) verharren sie in möglichst dramatisch aussehender Pose bis ein Freund oder Verwandter ein Foto geschossen hat. Der folgende Sessel ist meistens auch mit Skischülern besetzt, die aus Angst, sie könnten jemanden überfahren, sofort und umgehend nachdem sie den Sessel verlassen haben von der Schwerkraft überwältigt werden. Ohne Witz, manchmal reichen 2 Sessel aus um ein, auch für den größten Profi, unüberwindliches Hindernis zu erschaffen das aus bis zu 4 Skiern, ihren Skiern und Stöcken und natürlich ihren Angehörigen besteht die ein Foto machen wollen. Auch in so einem Fall muss man den Lift dann natürlich anhalten. Dieser Schritt ist allerdings ebenso nötig wie fatal. Sobald der Lift steht haben die gestürzten noch weniger Gründe von dort zu verschwinden. Kein Ahnung was die da Besprechen, würde mich aber auch nicht wundern wenn sie den Einkaufzettel besprechen oder die nächste Reise planen. Auf jeden Fall dauert es gefühlte Jahre, in dem Wissen das die Schlage am anderen Ende immer länger wird und die Personen im Lift frieren.

Es gibt aber auch Kunden die einem den Tag verschönern. Manche Leute haben so eine Angst vor dem Aussteigen das sie beschließen einfach sitzen zu bleiben und wieder runter zu fahren. Das geht aber leider nicht denn dabei kann das Seil entgleisen, also muss man auch solche zum Aussteigen überreden. Das Highlight sind aber Menschen die noch nie Schnee oder Skifahrer gesehen haben. Die schnallen sich voller Vorfreude schon auf dem Parkplatz die Skier an und schleifen diese  dann über den Asphalt.

Wie ihr Merkt geht es mir hier richtig Gut. Daran kann auch der Fakt, dass Mt. Ruapehu ein aktiver Vulkan ist nicht ändern. Ich kann aber alle beruhigen. Nicht nur das der Berg Tag und Nacht überwacht wird. Er bricht normaler weise auch nur alle 10-15 Jahre aus. Das letzte ml war 2007 also noch nicht so lange her. Trotzdem haben wir ein Sicherheitstraining für den Fall einer Eruption absolviert. Die wahrscheinlichsten Folgen eines Ausbruchs sind Lahars (Schlammlawinen). In diesem Falle hätten wir 1-3 Minuten um uns aus allen Tälern zu entfernen und somit dem Lahar zu entkommen. Als unser Trainer gefragt wurde wir der Plan im Falle eines pyroklastischen Stromes (heiße, tödliche Gase die mit 800 km/h den Berg herunter rasen) aussieht sagte er: „Dafür gibt es keinen Plan“ Also ihr seht ich bin hier in guten Händen.

So das war dann erst mal alles von hier, reicht ja auch denke ich. Ich werde demnächst mal ein paar Bilder hochladen. Also ich wünsche euch alles Gute im heißen Deutschland. Macht es gut bis dann.

Jan

Jan am 29.6.10 05:41


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